Gas Preisentwicklung
Nachdem viele Jahre lang der Preis für den Verbrauch von Erdgas in Privathaushalten kontinuierlich Anstieg, wurde im Sommer 2009 die Meldung von sinkenden Gaspreisen verbreitet. Tatsächlich kam es im Sommer 2009 zu einer Senkung des Preises für Rohöl und entsprechend der Ölpreisbindung, die für den Erdgaspreis gilt, erwarteten alle eine schnelle Reaktion der Gasversorger. Diese blieb jedoch weitgehend aus. Viele Verbraucher freuten sich somit grundlos über anstehende Ersparnisse bei den Gasbezugskosten, denn nur einige Anbieter senkten die Preise auf dem inzwischen weitgehend offenen Gasmarkt. Zumindest blieben die Gaspreise in den letzten Monaten relativ stabil und die Verbraucher blieben vor weiteren Preissteigerungen verschont. Fraglich ist aber, wie sich der Gaspreis in Zukunft entwickeln wird.
Für die nächsten Jahre sind weitere Senkungen des Gaspreises kaum zu erwarten. Allein die Tatsache, dass die Vorräte an fossilen Brennstoffen immer knapper werden, spricht eher für weiter steigende Preise. Der größte Erdöllieferant Deutschlands, das russische Unternehmen Gazprom, geht davon aus, dass noch in absehbarer Zeit die Gaspreise einen neuen historischen Höchststand erreichen werden. Ein Grund dafür ist die Krise auf dem Finanzmarkt, die sich mittelbar auf die Gaspreise auswirkt. Durch die allgemeine Finanzkrise konnten Förderunternehmen keine weiteren Investitionen für die Erforschung neuer Erdöl- und Erdgasvorkommen tätigen. Die Knappheit der kostbaren Rohstoffe bleibt damit weiter bestehen und da der Erdgaspreis an den Preis für das Erdöl gekoppelt ist, zahlen Verbraucher die hohen Preise auch dann, wenn die Produktionskosten für das Erdgas niedriger sind. Sogar eine Steigerung des Öl- und Gaspreises um über dreißig Prozent soll dem Verbraucher in Folge von Finanzkrise, Rohstoffknappheit und politischen Krisen in den Förderregionen in den folgenden Jahren noch bevorstehen.
Auch die Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sehen einen klaren Anstieg der Gaspreise auf den Verbraucher zukommen. Und zwar sollen nach den Ermittlungen des DIW schon in der bevorstehenden Heizperiode Preissteigerungen von bis zu 25 Prozent zu erwarten sein. Das Wirtschaftsforschungs-Institut sieht die Hauptursache für die absehbare Explosion der Gaspreise in der Preiskopplung, denn die Mengen in der Erdölförderung sind in den letzten Monaten drastisch gedrosselt worden, um dem Ölpreis Stabilität zu verleihen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Gaspreis reagiert. Aber auch der nur schwache Wettbewerb unter den Gasanbietern wird als Ursache für die hohen Gaspreise angesehen, da bisher für die Anbieter kaum ein Handlungsbedarf besteht.
